Auf Einladung des traditionsreichen Artilleriebataillons 295 hielt ich am Abend des 4. März 2026 (Mi.) einen Vortrag zum Thema „Bilanz nach über einem Jahr Trump 2.0: Welche sicherheitspolitischen Schlussfolgerungen lassen sich daraus für Deutschland und Europa ziehen?“. Der Event fand im Haus Heuberg (Soldatenheim) statt. Mein Vortrag dort bestand aus insgesamt vier Teilen: In einer Einführung mit entsprechender Problemstellung ging ich auf US-Präsident Donald J. Trump und sein Beharren auf dem „America first“-Prinzip ein, das ich als „transatlantischen Sargnagel“ interpretiert habe. Im zweiten Teil widmete ich mich dann den bereits erkennbaren Folgewirkungen des trumpschen „America first“-Prinzips für die westlichen Verbündeten der USA in der Ära Trump II. Im dritten Teil sprach ich über das Ende US-amerikanischer Zuverlässigkeit in den Bündnisbeziehungen und über die Relevanz von strategischer Flexibilität für Amerikas zusehends desillusionierte Bündnispartner. Den Vortrag rundete ich schließlich mit einem Fazit und einem perspektivischen Ausblick unter der Überschrift „Europas Erwachen angesichts der neuen US-Sicherheitsstrategie, des unverhohlenen Machtstrebens Trumps und der MSC-Rede Rubios“ ab.
Folgende vier wesentliche Erkenntnisse sind aus meinem Vortrag ableitbar:
1. Erkenntnis:
„EU-Europa“ sollte inzwischen verstanden haben, dass die Trump-II-Administration einen Kurs der nationalistischen Politik zur Sicherung des eigenen Machterhalts verfolgt, der sich zudem in eine antidemokratische Richtung bewegt und auf eine Umgestaltung der bisherigen Weltordnung abzielt.
2. Erkenntnis:
Europa als Einheit ist gut beraten, künftig stärker in geopolitischen und geostrategischen Kategorien zu denken, nicht mehr länger im Wartemodus zu verharren, sondern proaktiv alternative Bündnisbeziehungen in der Welt einzugehen, um dadurch die Zukunftsfähigkeit des Kontinents zu gewährleisten.
3. Erkenntnis:
Europa und Deutschland als potenzielle europäische Führungsmacht sollten alles daran setzen, sich den Realitäten auf dem Kontinent und in der Welt zu stellen und daraus entsprechende Schlussfolgerungen abzuleiten sowie eine Vorsorgepolitik zu betreiben, die es zumindest langfristig ermöglicht, notfalls auch ohne die USA als sicherheitspolitischer Akteur handlungsfähig zu sein.
4. Erkenntnis:
Die Zeichen verdichten sich immer mehr, dass die USA, wie im Falle der aktuellen militärischen Auseinandersetzung mit dem Iran, weltpolitisch zunehmend eigenmächtig agieren und EU-Europa damit vor neue Realitäten stellen. Diese Tatsache kann nicht länger ignoriert werden und muss zu eine, Umdenken in den europäischen Hauptstädten führen. Der Kontinent sollte nun eine neue Rolle für sich definieren und diese dann glaubwürdig nach außen vertreten. Deutschland kommt dabei eine Schlüsselrolle zu.
Im Anschluss an meinen Vortrag gab es eine rege Diskussion mit den zahlreich erschienenen interessierten Teilnehmenden aller Altersgruppen über die verschiedenen Aspekte meiner Ausführungen zur Entwicklung der transatlantischen Beziehungen unter Trump 2.0 und zu den herausfordernden Perspektiven für Deutschland und Europa unter deutlich veränderten Rahmenbedingungen. Sodann bedankte sich der stellvertretende Bataillonskommandeur, Herr Oberstleutnant Jan-Wilhelm Brandes, bei mir als Gastredner und lud mich bei der Gelegenheit zu einem Folgevortrag im Rahmen der nächsten Wintervortragsreihe nach Stetten am kalten Markt ein. Daraufhin erhielt ich sowohl das Wappen des Artilleriebataillons 295 als auch das Wappen der Reservistenkameradschaft Stetten am kalten Markt und durfte mich noch als Vortragender in das Gästebuch des erwähnten Artilleriebataillons eintragen. Im unteren Seitenabschnitt finden sich zwei mir zur Verfügung gestellte Fotos (© S2 Abteilung ArtBtl 295 Presse) von der Vortragsveranstaltung. Ich bedanke mich auch noch einmal an dieser Stelle ganz herzlich für die großartige Gastfreundschaft, die mir entgegengebracht worden ist während des 2-tägigen Aufenthaltes von mir am dortigen Bundeswehrstandort. Schon jetzt freue ich mich auf meinen weiteren bildungspolitischen Einsatz am besagten Standort in absehbarer Zeit.


