Politikwissenschaftler Dr. Sascha Arnautović
Hiermit darf ich auf meine neueste Publikation beim Austria Institut für Europa- und Sicherheitspolitik (AIES), wo ich seit dem Jahr 2018 in meiner Funktion als Associate Fellow tätig bin, hinweisen.

(Bildnachweis: © Foto von Matej Pribanic auf Unsplash)
Der AIES-Kommentar Nr. 2026/4 trägt den Titel „Bosnien und Herzegowina – Europas verwundbarer Hinterhof angesichts des geräuschlosen Vordringens externer Akteure“.
Zum Inhalt:
In diesem Online-Beitrag weise ich auf das problematische Nischendaseins des kleinen Balkanstaats hin, der – wenn überhaupt – gerade einmal hinsichtlich des Themas „EU-Erweiterung“ europapolitisch interessant zu sein scheint. Doch ist diese Betrachtungsweise angemessen? Ich behaupte: nein!
Schließlich gilt es zu bedenken, dass Bosnien-Herzegowina auch mit sicherheitspolitisch relevanten Aspekten einhergeht, die nicht zu unterschätzen sind. Hierbei möchte ich insbesondere auf den Umstand hinweisen, dass das südosteuropäische Land nicht nur erhebliche Auswirkungen auf die Stabilität des Westbalkans, sondern auch auf die inzwischen vermehrt fragile Sicherheit Europas hat. Dies ist etwas, das meines Erachtens nicht außer Acht gelassen werden sollte, weswegen ich nicht umsonst in meinem Beitrag von „Europas verwundbare[m] Hinterhof angesichts des geräuschlosen Vordringens externer Akteure“ spreche. Eigentlich sollte dies dann auch ein Weckruf für „EU-Europa“ sein. Unter den besagten Akteuren sind beispielsweise Russland und China vertreten, die geschickt die ungenutzten Räume besetzen, um sich relativ unbemerkt auf dem Westbalkan auszubreiten und um dort auf verschiedene Art und Weise politischen Einfluss zu nehmen.
Gerade die Republika Srpska (RS) bietet sich mit ihrer russlandfreundlichen und antieuropäischen Politik als Ansprechpartner und strategischer Partner an, zumal die serbisch dominierte Entität RS engen Kontakt zur politischen Führung in Belgrad pflegt, die wiederum gute Kontakte in den Kreml unterhält. Noch bis zum Jahr 2025 wurde die RS maßgeblich von Milorad Dodik, dem bosnischen Serbenführer, politisch geführt und gesteuert. Auch wenn dieser inzwischen offiziell nicht mehr RS-Präsident ist, bleibt er weiterhin als Strippenzieher im Hintergrund aktiv. Es ist daher davon auszugehen, dass er auch künftig für politisches Störfeuer sorgen wird. Von daher muss damit gerechnet werden, dass Dodik ein Interesse daran hat, sowohl Moskau als möglicherweise auch Peking Tür und Tor zu öffnen, damit die Möglichkeit besteht, etwaige Fortschritte in Bezug auf Bosnien-Herzegowina im Hinblick auf den EU-Beitrittsprozess des Balkanlands zu konterkarieren. In diesem durchaus verwundbaren Hinterhof Europas könnten wirtschaftlich, geopolitisch und sicherheitspolitisch Fakten geschaffen werden, die den Interessen Sarajevos und Brüssels zuwiderlaufen. Dies gilt es daher, unter allen Umständen zu verhindern, wofür es eine entsprechende Gegenstrategie benötigt, so der politische Wille dafür vorhanden ist.
Welche Lehren können EU-Europa und Bosnien und Herzegowina daraus ziehen? Es sollte zukünftig darum gehen, kontraproduktive Aktivitäten der RS sorgfältig im Blick zu haben und erforderlichenfalls Maßnahmen zu ergreifen, um problematischen Entwicklungen in dem serbischen Teilstaat Bosnien-Herzegowinas wirksam zu begegnen – im Sinne eines ganzheitlichen Ansatzes.
Wer meinen neuesten AIES-Beitrag vollständig lesen möchte, kann das sehr gern unter folgendem Link tun: https://www.aies.at/download/2026/AIES_Comment_2026-04.pdf.
Vielen Dank für Ihr Interesse an meiner publizistischen Arbeit. Falls Sie möchten, können Sie mit mir als Autor unter sascha@cs-arnautovic.de in direkten Austausch treten.
