




Gestern Morgen (Do., 09.07.2026) bin ich von Brühl/Rheinland aus in Richtung Köln mit dem Auto aufgebrochen, um an der Premierenveranstaltung „Wer schützt Europa?“ der Adenauer School of Government (kurz: ASG) in der Flora im Palais im Park teilzunehmen. Nach einem kleinen Frühstück zum Empfang gab es eine offizielle Begrüßung durch Herrn Prof. Dr. Axel Ockenfels (Department of Economics, Design & Behavior, Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Fakultät), dem Direktor der neu gegründeten ASG an der Universität zu Köln. Im Anschluss daran richtete die Bürgermeisterin der Stadt Köln Derya Karadağ (Bündnis 90/Die Grünen), die zugleich erste Stellvertreterin des Kölner Oberbürgermeisters Torsten Burmester (SPD) ist, ein Grußwort an die Veranstaltungsteilnehmer(innen).
Sodann wurde das erste Panel zum Thema „Militärische Handlungsfähigkeit im Zeichen russischer Aggression“ ausgerichtet. Geladene Gäste waren wie folgt: Ben Hodges, ehemaliger Oberbefehlshaber der US-Landstreitkräfte in Europa (2014-2017) und Ex-US-General, der inzwischen ein gefragter Experte rund um das Thema „Sicherheits- und Verteidigungspolitik“ ist. Mit dabei war auch noch Prof. Marina Henke, Ph.D., Professorin für Internationale Beziehungen an der Hertie School in Berlin und Direktorin des dortigen Centre for International Security. Sie ist eine ausgewiesene Sicherheitsexpertin. Thematische Schwerpunkte ihrer wissenschaftlichen Arbeit sind Grand Strategy, nukleare Sicherheit und Europäische Sicherheits- und Verteidigungspolitik (ESVP). Die Moderation des Panels übernahm Dr. Helene Bubrowski, derzeit Co-Chefredakteurin von Table.Media mit Sitz in Berlin.
Nach einer kurzen Pause setzte Nathanael Liminski, Minister für Bundes- und Europaangelegenheiten, Internationales sowie Medien des Landes Nordrhein-Westfalen (NRW) und Chef der Staatskanzlei, mit einer Rede zum Thema „Regionale Verantwortung für europäische Sicherheit“ das dichte Programm fort. Dabei sprach er u. a. über die deutsch-französische Freundschaft und die Bedeutung des Élysée-Vertrags (1963), die visionäre Europapolitik und die Politik der Westbindung des damaligen ersten Kanzlers der Bundesrepublik Deutschland (BRD) und des ehemaligen Kölner Oberbürgermeisters Konrad Adenauer sowie über die regionale Verantwortung heute für das Land NRW angesichts des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine und der damit verbundenen Bedrohungslage für Europa und Deutschland. Im Anschluss daran diskutierte der NRW-Minister und Chef der NRW-Staatskanzlei mit Frau Dr. Bubrowski in ihrer Funktion als Moderatorin.
Nach einer längeren Mittagspause folgte dann eine Rede zum Thema „Sicherheit an der Ostflanke als europäische Gemeinschaftsaufgabe“. Redner war S. E. Herr Giedrius Puodžiūnas, Botschafter der Republik Litauen in der BRD. Er berichtete über den Umgang des nordosteuropäischen Staates mit der unmittelbaren russischen Bedrohung und stellte Deutschland dem gegenüber. Besonders betonte er mit großer Hochachtung das unermüdliche Engagement der Bundeswehr (Stichwort: „Brigade Litauen“) in Litauen, was seinem Land ein Gefühl von Sicherheit vermittelt.
Nach einer weiteren Pause gab es ein spannendes Panel zum Thema „Geoökonomische und geopolitische Auswirkungen der ‚Zeitenwende‘“. Panellisten waren Prof. Gabriel Felbermayr, PhD (Direktor des Österreichischen Instituts für Wirtschaftsforschung [WIFO] und Ratsmitglied des Sachverständigenrats Wirtschaft der Bundesregierung), Werner Gatzer (Staatssekretär a. D. des Bundesministeriums der Finanzen und Vorsitzender des Aufsichtsrats der Deutschen Bahn AG) und Prof. Dr. Guntram Wolff (Professor für Volkswirtschaftslehre an der Université libre de Bruxelles [ULB], Senior Fellow bei Bruegel und Kiel Institute Fellow). Moderator diesmal war Dr. Patrick Bernau, verantwortlicher Redakteur für Wirtschaft und „Wert“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.
Nach einer halbstündigen Kaffeepause stand eine weitere interessante Rede zum Thema „Öffentliche Aufklärung als nachrichtendienstliches Schutzinstrument“ auf dem Programm, die diesmal von einer Präsentation begleitet wurde und dadurch sehr wirkungsvoll daherkam. Redner war Martin Heinemann, dem Kommunikationsdirektor und Pressesprecher des Bundesnachrichtendienstes (BND). Die sich daran anschließende Diskussion wurde wieder von der Moderatorin Dr. Bubrowski geleitet.
Das Abschlusspanel behandelte das Thema „Abwehr hybrider Angriffe auf europäische Demokratien“, zweifellos ein bedeutsames Thema und für unsere westlichen Demokratien besonders herausfordernd in Zeiten von Donald J. Trump, Marine Le Pen sowie Alice Weidel und Björn Höcke. Auf dem Podium saßen Josef Hoch (zuvor Richter am Bundesgerichtshof, jetzt Präsident des Unabhängigen Kontrollrates), Prof. Dr. Markus Ogorek, LL.M. (Direktor des Instituts für Öffentliches Recht und Verwaltungslehre, Rechtswissenschaftliche Fakultät; Direktor der Forschungsstelle Nachrichtendienste), dem Stv. Direktor der neu gegründeten ASG an der Universität zu Köln, und Dr. Maik Pawlowsky (Leiter der Abteilung „Cyber- und Spionageabwehr“, Bundesamt für Verfassungsschutz [BfV]). Erneut erfolgte die Moderation durch Frau Dr. Bubrowski von Table.Media.
Das Schlusswort hatte dann spontan Herr Prof. Dr. Markus Ogorek übernommen, der sich bei den Symposium-Teilnehmenden für das rege Interesse, die interessanten Fragen und für die große Ausdauer – trotz der Hitze – bedankte.
(Autor/Verfasser: Politikwissenschaftler Dr. Sascha Arnautović; Fotos von: Dr. Sascha Arnautović)
